Unfälle, bei denen Pkw unter einen Lkw geraten, zählen zu den schwersten im Straßenverkehr. Obwohl ein Unterfahrschutz gesetzlich vorgeschrieben ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass die vorhandenen Systeme oft nicht ausreichend wirken.
Crashtests verschiedener Organisationen belegen deutliche Schwächen bei der aktuellen Konstruktion.
Tests zeigen Versagen der Systeme
In Versuchen mit modernen Pkw und schweren Lkw kam es bei einem Auffahrunfall zu erheblichen Schäden. Der Unterfahrschutz konnte die Kräfte nicht aufnehmen und versagte teilweise vollständig.
Die Folgen:
- Fahrzeuge dringen in den Bereich unter der Ladefläche ein
- die Fahrgastzelle wird massiv beschädigt
- Schutzsysteme verlieren ihre Wirkung
Das Risiko für schwere oder tödliche Verletzungen bleibt damit hoch.
Problem bei hohen Geschwindigkeiten besonders groß
Auch moderne Assistenzsysteme stoßen an Grenzen. In Tests konnten viele Fahrzeuge bei niedrigeren Geschwindigkeiten eine Kollision vermeiden oder abmildern.
Bei höheren Geschwindigkeiten zeigt sich jedoch:
- Systeme erkennen Hindernisse oft zu spät
- Bremsmanöver reichen nicht aus
- schwere Unfälle bleiben möglich
Normen gelten als unzureichend
Die aktuellen Anforderungen an den Unterfahrschutz reichen nach Einschätzung der Testpartner nicht aus. Die Systeme erfüllen zwar die bestehenden Vorschriften, bieten in der Praxis jedoch keinen ausreichenden Schutz.
Experten fordern daher:
- strengere technische Vorgaben
- eine Überarbeitung internationaler Normen
- sowie verpflichtende Verbesserungen bei Neufahrzeugen
Nachrüstung als Herausforderung
Neben neuen Fahrzeugen stellt sich auch die Frage der Nachrüstung bestehender Lkw-Flotten. Verbesserte Systeme sind bereits verfügbar, werden aber bislang nicht flächendeckend eingesetzt.
Eine breitere Einführung erfordert:
- geeignete Fördermaßnahmen
- sowie klare Rahmenbedingungen für Hersteller und Betreiber
Internationale Beispiele zeigen Möglichkeiten
In anderen Märkten sind bereits leistungsfähigere Lösungen im Einsatz. Diese können die Aufprallenergie besser aufnehmen und verhindern, dass Pkw unter den Lkw geraten. Auch in Europa gibt es erste Anwendungen solcher Systeme, etwa zum Schutz bei Stauunfällen.