EU-Expertengruppe für Innovation im Automobilsektor gegründet

02.04.2026 17:40 Uhr | Lesezeit: 1 min
Symbolbild eines autonom fahrenden Lkw
Welche Innovationen und Forschungsthemen stärken die europäische Automobilindustrie in ihrer Wettbewerbsfähigkeit? Unter anderem dazu berät eine Expertengruppe die EU-Kommission. Vertreten sind auch Unternehmen und Organisationen, die sich mit autonomen Lkw beschäftigen (Symbolbild)
© Foto: scharfsinn86/AdobeStock

Die EU-Kommission hat die Gruppe ins Leben gerufen. Sie soll die Kommission bei künftigen politischen Initiativen beraten und relevante Forschungsthemen identifizieren.

Die EU-Kommission hat eine Expertengruppe für Innovationen und Forschung in der Automobilindustrie ins Leben gerufen. Die Kurzform, EURIAS, steht für European Union Research and Innovation for the Automotive Sector.

Am 27. März hat sich die Gruppe erstmals in Brüssel getroffen, wie die Logistikallianz Alice, der Logistiker Gruber Logistics und das Technologieunternehmen Einride mitteilen. Die drei Partner gehören zu den rund 60 Organisationen, die in der informellen Expertengruppe zusammenarbeiten.

Dort sind Automobilhersteller (die sogenannten OEM), Zulieferer, Forschungs- und Technologieeinrichtungen sowie Universitäten vertreten. Das Expertengremium hat laut EU-Kommission das Ziel, die Kommission bei der Vorbereitung künftiger politischer Initiativen und Instrumente in dem Bereich über alle Wertschöpfungsstufen hinweg zu unterstützen.

„Der Wandel der europäischen Automobilbranche kann nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern, Forschern, der Industrie und der Logistikbranche gelingen“, betont Andrea Condotta, Director Public Affairs, Innovation & Sustainability von Gruber Logistics, den interdisziplinären Ansatz.

Die Aufgaben der Expertengruppe liegen laut EU-Kommission auf vier Schwerpunkten:

  • sie steuert als Gremium für die Kommission praktische Erfahrung und Fachwissen über Forschungs- und Innovationsprioritäten der Automobilbranche bei,
  • sie unterstützt die Kommission dabei, die wichtigsten Themen im Bereich Forschung und Entwicklung zu identifizieren, mit denen die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Automobilsektors gestärkt werden können.
  • Die Gruppe wird dafür bis Juni 2026 an einer Strategischen Forschungs-, Innovations- und Umsetzungsagenda (Strategic Research, Innovation and Deployment Agenda, SRIDA) mitarbeiten.
  • sie unterstützt auf Basis der entwickelten SRIDA die Kommission bei der Vorbereitung des nächsten Rahmenprogramms für Forschung und Innovation. Die Empfehlungen der SRIDA sollen im nächsten europäischen mehrjährigen Finanzrahmen (2028–2034) umgesetzt werden.

Autonome Lkws im Blick: Praxisnahe Lösungen für Dekarbonisierung und Automatisierung suchen

„Wir bringen unsere Erfahrung im Management komplexer, internationaler Lieferketten ein, um dazu beizutragen, dass Innovationen praxisnah, skalierbar und einsatzbereit für den Arbeitsalltag werden“, erklärt Condotta weiter. Man wolle die Zukunft der Automobilbranche auf EU-Ebene aktiv mitgestalten.

„EURIAS ist ein entscheidender Schritt, um sicherzustellen, dass Europas Innovationen im Automobilbereich den Markt erreichen und vollständig in reale Logistikabläufe und -systeme eingebettet werden“, so Fernando Liesa, Generalsekretär von Alice.

„Indem wir die Logistik in den Mittelpunkt der Diskussionen über Forschung und Innovation im EU-Automobilsektor rücken, tragen wir dazu bei, technologische Ambitionen in real nutzbare, wirtschaftlich wettbewerbsfähige Lösungen für die Dekarbonisierung und Automatisierung des Straßengüterverkehrs umzusetzen.“

Man bringe praxisnahe Erfahrung bei der großflächigen Einführung emissionsfreier, autonomer Gütertransporte mit, beschreibt Einrides CTO Henrik Green, was das Unternehmen zu der Expertengruppe beitragen will. „Wir sind bereit, dieses Wissen einzubringen, um einen Regulierungs- und Innovationsrahmen zu gestalten, der Europa als weltweit führend im Bereich der nachhaltigen Logistik positioniert.“

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