Die hohen Spritpreise in Italien führen zu einem ungewöhnlichen Schritt großer Energiekonzerne, wie die dpa mitteilt: Eni und IP haben Preisobergrenzen für Diesel und Benzin angekündigt, um Verbraucher und Unternehmen zu entlasten. Bei Eni liegt der Höchstpreis für Diesel bei 2,19 Euro pro Liter. Benzin kostet maximal 1,99 Euro je Liter. Wie der Konzern mitteilte, gelten die Preisgrenzen zunächst für 30 Tage. Eine Verlängerung bis zum Jahresende wird geprüft.
Eni reagiert auf hohe Kraftstoffpreise
Als Grund für die Maßnahme nennt Eni die anhaltend hohen Belastungen auf den Energiemärkten. Geopolitische Krisen hätten zu außergewöhnlich hohen Kraftstoffkosten für Familien und Unternehmen geführt. „Vor diesem Hintergrund möchte Eni einen weiteren Beitrag der Solidarität mit dem Land, den Verbrauchern und seinen Kunden leisten“, erklärte der Konzern.
Steuererleichterungen in Italien werden reduziert
Demnach ist die Maßnahme an die Steuererleichterungen auf Kraftstoffe gekoppelt. Parallel zur Preisdeckelung fahren die italienischen Behörden ihre bisherigen Entlastungen für Kraftstoffe zurück. Die Steuervergünstigung auf Diesel wurde von 12,2 Cent auf 6,1 Cent je Liter gesenkt. Die aktuelle Regelung gilt bis zum 5. Oktober. Anschließend soll eine flexible Verbrauchsteuer eingeführt werden. Mit diesem Instrument kann die Regierung über Steueranpassungen auf Schwankungen bei den Kraftstoffpreisen reagieren.
Meloni begrüßt Preisbegrenzungen
Für Autofahrer kommt die Initiative zu einem Zeitpunkt, an dem staatliche Hilfen schrittweise auslaufen. Entsprechend positiv fiel die Reaktion der italienischen Regierung aus. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bedankte sich für die angekündigten Preisgrenzen. „Dies ist ein wichtiges Zeichen der Rücksichtnahme gegenüber den italienischen Familien und bestätigt, dass es möglich ist, konkret dazu beizutragen, die hohen Kraftstoffpreise einzudämmen“, erklärte sie.
Auch IP kündigt Preisgrenzen für Kraftstoffe an
Neben Eni hat auch IP eine Begrenzung der Kraftstoffpreise angekündigt. Hinter dem Unternehmen steht Socar, die staatliche Ölgesellschaft Aserbaidschans. Konkrete Preisobergrenzen nannte Socar zunächst nicht, die Höhe werde aber "unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse festgelegt". Das Unternehmen erklärte jedoch, man sei mit dem Schritt einem Appell der italienischen Regierung gefolgt.
Hohe Diesel- und Benzinpreise sorgen für Proteste
Trotz der angekündigten Entlastungen wächst in mehreren Branchen der Unmut über die hohen Kraftstoffkosten. Besonders betroffen sind Transportunternehmen, Landwirte und Taxibetriebe.
Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa haben sizilianische Transportunternehmen für Mitte Oktober einen Streik angekündigt. „Wir werden mit unseren Lkw auf unseren Stellplätzen stehen bleiben, bis die Regierung uns Antworten gibt“, erklärte Salvatore Bella, Koordinator des Komitees der sizilianischen Spediteure.
Auch auf Sizilien protestieren Landwirte gegen die hohen Belastungen. Taxi-Gewerkschaften hatten ebenfalls bereits mit Streikmaßnahmen gedroht.