Wachsender Diesel-Diebstahl sorgt für hohe Folgekosten

20.04.2026 11:38 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Steigende Dieselpreise führen vermehrt zu Kraftstoffdiebstählen auf Baustellen und an abgestellten Lkw – mit hohen Schäden für Bauwirtschaft und Logistik (Symbolbild)
© Foto: DVR

Steigende Kraftstoffpreise führen zu mehr Dieseldiebstählen in Brandenburg. Baustellen, Lkw und Betriebshöfe sind betroffen – mit spürbaren Folgen für Bauabläufe und Kosten.

Der deutliche Anstieg der Dieselpreise macht Kraftstoff zunehmend zum Ziel von Diebstählen: In mehreren Regionen Brandenburgs wurden in den vergangenen Wochen Dieseldiebstähle registriert, die Schäden in Höhe von mehreren Tausend Euro verursachten, wie die Deutschen Presse-Agentur (dpa) zunächst meldete. Besonders betroffen seien demnach Baustellen, abgestellte Lastwagen sowie Betriebshöfe.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich dabei nicht um ein neues Phänomen, allerdings habe sich die Lage zuletzt verschärft. «Mit dem Spritpreis steigen die Fälle, dass Diesel illegal abgezapft wird», sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Süd gegenüber der dpa.

Tausende Euro Schaden durch Manipulationen an Fahrzeugen

In einem aktuellen Fall entstand ein Schaden von rund 2000 Euro, nachdem Unbekannte einen abgestellten Transporter manipuliert hatten. Dabei lief eine größere Menge Diesel unkontrolliert aus, wie die Polizei der dpa weiter mitteilte.

Demnach komme es regelmäßig in der Nacht zu Dieselklau auf Baustellen und kürzlich auch auf Autobahnraststätten von abgestellten Lastwagen während die Fahrer schliefen. 

Hunderte Liter Diesel aus Lkw-Tanks entwendet

Besonders hohe Mengen fehlten zuletzt bei mehreren Vorfällen entlang der Autobahn 10: Auf den Parkplätzen Lankensee und Uckleysee stellten Lkw-Fahrer am Morgen fest, dass ihre Tanks über Nacht geleert worden waren: «In beiden Fällen hatten Lkw-Fahrer festgestellt, dass der Tank ihrer Brummis über Nacht angezapft wurde», so die Polizei. Insgesamt fehlten jeweils mehrere Hundert Liter Diesel.

Auch von einem Betriebshof im Landkreis Spree-Neiße wurde ein Diebstahl gemeldet: In Roggosen zapften Unbekannte rund 250 Liter Kraftstoff ab, nachdem sie unbefugt auf das Gelände gelangt waren.

Arbeitsmaschinen besonders im Fokus

Auch die anderen Polizeidirektionen in Brandenburg berichten von wiederkehrenden Fällen: Häufig betroffen seien auch Baumaschinen. «Besonders beliebt sind Bagger oder andere Arbeitsmaschinen von Baustellen», heißt es aus der Polizeidirektion West gegenüber der dpa. 

Konkrete Zahlen zu einem möglichen Anstieg seit dem Beginn des Iran-Kriegs und den damit verbundenen Kraftstoffpreissteigerungen liegen den Behörden jedoch bislang nicht vor.

Schlechte Ausleuchtung begünstigt Diebstähle

Nach Einschätzung der Polizei spielen die örtlichen Gegebenheiten eine wichtige Rolle: Unzureichend beleuchtete Baustellen, Parkplätze oder Betriebshöfe erhöhen das Risiko. Problematisch sei es vor allem, wenn Parkplätze, Baustellen und Betriebshöfe schlecht beleuchtet seien, erklärte ein Polizeisprecher. In solchen Situationen fühlten sich Täter offenbar sicherer.

Als Präventionsmaßnahme empfiehlt die Polizei unter anderem, Lastwagen möglichst nicht in dunklen Bereichen abzustellen - falls es diese Möglichkeit gibt.

Bei wiederholten Vorfällen suchen die Behörden zudem das Gespräch mit Baustellenbetreibern. «Gerade wenn Baustellen mehrfach vom Dieseldiebstahl betroffen sind, gehen wir mit Baustellenbetreibern ins Gespräch», so die Polizei. Diskutiert werden dann unter anderem bessere Beleuchtung oder Videoüberwachung.

Bauwirtschaft warnt vor Verzögerungen und Mehrkosten

Auch die Bauindustrie sieht die Entwicklung mit Sorge: «Mit steigenden Kraftstoffpreisen nimmt die Attraktivität solcher Delikte weiter zu - erste Anzeichen dafür sehen auch unsere Mitgliedsunternehmen», erklärte der Bauindustrieverband Ost den Diesel-Klau. Hinzu komme eine weiterhin geringe Aufklärungsquote.

Nach Angaben von Hauptgeschäftsführer Robert Momberg sind die Folgeschäden oft gravierender als der Wert des gestohlenen Diesels. «Deutlich schwerer wiegen Folgekosten durch aufgebrochene Maschinen, beschädigte Tanks und vor allem Störungen im Bauablauf», sagte Momberg der dpa. Gerade auf eng getakteten Baustellen mit vielen beteiligten Gewerken könnten solche Ausfälle erhebliche Verzögerungen und zusätzliche Kosten verursachen.

Unternehmen setzen auf mobile Tankservices und Überwachung

Um das Risiko zu reduzieren, reagieren viele Betriebe bereits mit zusätzlichen Maßnahmen: Laut Bauindustrieverband Ost werden Maschinen zunehmend über mobile Tankservices direkt zu Wochenbeginn auf der Baustelle betankt. Zudem kommt verstärkt Videoüberwachung zum Einsatz. «Allerdings sind auch diese Maßnahmen mit zusätzlichen Kosten verbunden, die die Unternehmen tragen müssen», so der Verband.

Dieseldiebstahl war auch schon vor drei Jahren ein Thema - lesen Sie hier: Treibstoffdiebstahl verhindern: Das sollten Nutzfahrzeug-Betreiber wissen.

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