Ifo: Studie zeigt Defizite bei Weitergabe des Tankrabatts

29.06.2026 11:56 Uhr | Lesezeit: 3 min
Kraftstoffpreise steigen wegen Iran-Krieg
Spritrabatt wirkt unterschiedlich bei Benzin und Diesel
© Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold

Der Tankrabatt wurde laut Ifo nur teilweise weitergegeben. Besonders bei Diesel kam ein Teil der Entlastung nicht an.

Der staatliche Tankrabatt ist nach einer Analyse des Ifo‑Instituts nicht vollständig bei den Verbrauchern angekommen. Besonders bei Diesel blieb ein Teil der Entlastung offenbar aus, während Benzinpreise stärker von der Steuersenkung profitierten.

Unterschiede zwischen Diesel und Benzin

Nach den Berechnungen der Ökonomen wurde die Steuersenkung bei Diesel nur teilweise weitergereicht. Im Schnitt kamen rund zwölf Cent pro Liter bei den Autofahrern an – deutlich weniger als die tatsächliche Entlastung.

Beim Benzin zeigt sich ein anderes Bild:

  • Super E5 und E10 wurden nahezu vollständig entlastet
  • die Weitergabe lag hier dicht an der Höhe der Steuerreduzierung

Damit ergibt sich eine klare Differenz zwischen den Kraftstoffarten.



Teil der Entlastung bleibt im Markt

Die unvollständige Weitergabe beim Diesel deutet darauf hin, dass ein Teil der finanziellen Entlastung nicht bei den Verbrauchern angekommen ist. Nach Einschätzung der Forscher könnte dieser Anteil im Markt verblieben sein.

Bereits frühere Untersuchungen waren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, auch wenn die genaue Höhe je nach Methodik variierte.

Vergleich mit Frankreich als Basis

Für die Analyse nutzten die Ökonomen einen Vergleich mit der Preisentwicklung in Frankreich. So konnten Effekte durch den Tankrabatt von allgemeinen Marktentwicklungen wie Ölpreisschwankungen getrennt werden.

Dieser Ansatz ermöglicht eine differenzierte Bewertung der tatsächlichen Weitergabe.

Preise dürften wieder steigen

Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Anfang Juli rechnen Experten erneut mit steigenden Kraftstoffpreisen. Wie stark der Anstieg ausfällt, hängt maßgeblich von der Entwicklung am Ölmarkt ab.

Zuletzt hatten sinkende Rohölpreise für Entspannung gesorgt, was die Auswirkungen des Rabatts zusätzlich überlagert hat.

Maßnahme bleibt umstritten

Auch unabhängig von der Preisentwicklung wird der Tankrabatt unterschiedlich bewertet. Kritiker verweisen auf die hohen Kosten von rund 1,6 Milliarden Euro und die begrenzte Wirkung für Verbraucher.

Zudem wird infrage gestellt, ob eine pauschale Entlastung über die Energiesteuer das geeignete Instrument war.


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