Aral pulse und Amazon erweitern ihre Zusammenarbeit bei der Ladeinfrastruktur für elektrische Lkw. Partnerunternehmen im Transportnetzwerk von Amazon sollen künftig umfassender auf das öffentliche Schnellladenetz von Aral pulse in Deutschland zugreifen können. Dazu gehört auch der Megawatt-Ladepark in Königs Wusterhausen an der A10 bei Berlin.
Die Vereinbarung soll die Voraussetzungen für den Einsatz batterieelektrischer Lkw im Amazon-Transportnetz verbessern. Bis Ende 2026 sollen dort mehr als 50 E-Lkw auf deutschen Straßen unterwegs sein.
Nach Angaben der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur verfügt Aral pulse bundesweit über rund 35 öffentliche Standorte mit ultraschneller Ladeinfrastruktur für E-Lkw. Die Ladehubs sind mit Durchfahrtsbuchten für schwere Nutzfahrzeuge ausgestattet.
An den Standorten stehen zudem Serviceeinrichtungen wie Toiletten, Duschen und Ruhebereiche zur Verfügung. Dadurch können Ladevorgänge möglichst mit den vorgeschriebenen Ruhezeiten der Fahrer kombiniert werden.
Die Megawatt-Ladeparks setzen auf eine Kombination aus Megawatt Charging System (MCS) und Combined Charging System (CCS). Unter geeigneten Bedingungen soll sich ein Elektro-Lkw dort innerhalb von rund 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent Batteriekapazität laden lassen.
Die Kooperation zwischen beiden Unternehmen begann 2022 mit einem Pilotprojekt an einem Amazon-Transportstandort in Dortmund. Seitdem haben die beteiligten Transportunternehmen nach Unternehmensangaben mehr als eine Million Kilowattstunden Strom an Ladepunkten von Aral pulse bezogen.
Mit der neuen Vereinbarung wird der Zugang nun auf weitere öffentliche Ladehubs ausgeweitet. Damit sollen E-Lkw im Amazon-Netz auch unterwegs auf strategisch gelegene Schnellladestandorte zurückgreifen können.
Für die Elektrifizierung des schweren Straßengüterverkehrs reicht Ladeinfrastruktur auf Betriebshöfen langfristig nicht aus. Insbesondere im Fernverkehr sind zusätzliche öffentliche Ladepunkte entlang wichtiger Verkehrsachsen erforderlich.
Für Transport- und Logistikunternehmen sind dabei neben hohen Ladeleistungen auch die Lage der Standorte und die Integration der Ladevorgänge in Lenk- und Ruhezeiten entscheidend. Die Kooperation zwischen Amazon und Aral pulse zeigt, wie große Transportnetzwerke öffentliche und betriebliche Ladeangebote miteinander kombinieren können.
Amazon investiert nach eigenen Angaben weiter in die Elektrifizierung seines europäischen Transportnetzwerks. Mit dem Ausbau der Ladeoptionen in Deutschland sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, mehr batterieelektrische Lkw in den regulären Transportbetrieb zu integrieren.
Die Zusammenarbeit ist zugleich Teil einer weitergehenden Kooperation zwischen Amazon und dem Aral-Mutterkonzern bp. Für den deutschen Schwerlastverkehr steht bei der aktuellen Vereinbarung jedoch vor allem der Ausbau verlässlich verfügbarer Schnellladeinfrastruktur für die wachsende Zahl batterieelektrischer Lkw im Mittelpunkt.