Die Reservierung öffentlich zugänglicher Ladepunkte für Elektro-Lkw geht in Deutschland erstmals in den Regelbetrieb. Fryte Mobility startet das Angebot gemeinsam mit Energie Südbayern und Dettendorfer Energy an fünf Standorten in Bayern. Die Lösung steht Speditionen und Frachtführern offen und ermöglicht die zentrale Buchung von Ladepunkten unterschiedlicher Betreiber.
Sieben Ladepunkte an fünf Standorten verfügbar
Zum Auftakt lassen sich sieben speziell für Elektro-Lkw ausgelegte Ladepunkte über die Plattform reservieren. Die Standorte befinden sich am Autohof Inntaler in Raubling, an den MCS-Ladeparks in Langenbruck und Pentling sowie in Wallersdorf und Aichach.
Die Ladepunkte verfügen über Durchfahrtslösungen für schwere Nutzfahrzeuge und bieten jeweils eine Ladeleistung von 400 kW. Die Standorte liegen entlang wichtiger Verkehrsachsen in Bayern: Raubling an der A93, Langenbruck an der A9, Pentling im Bereich von A93 und B16, Wallersdorf an der A92 sowie Aichach an der B300 zwischen den Autobahnen A8 und A9.
Für Speditionen sollen sich Ladevorgänge dadurch direkt entlang bestehender Routen einplanen lassen, ohne zusätzliche Umwege oder längere Standzeiten.
Reservierung erstmals im öffentlichen Regelbetrieb
Mit dem Rollout wird die E-Lkw-Ladepunktreservierung erstmals im öffentlichen Regelbetrieb verfügbar. Die Plattform bündelt öffentliche und halböffentliche Ladepunkte verschiedener Betreiber in einem System. Speditionen und Frachtführer können Ladeslots über eine zentrale Schnittstelle reservieren – unabhängig davon, welchem Betreiber die jeweilige Ladeinfrastruktur gehört.
Dadurch soll die Verfügbarkeit von Ladepunkten transparenter werden, während Betreiber ihre Infrastruktur besser planen und auslasten können. Die Ladepunkte von Energie Südbayern und Dettendorfer Energy sind bereits integriert. Weitere Standorte sollen in den kommenden Monaten folgen.
Plattform soll öffentliche und betriebliche Ladeinfrastruktur vernetzen
Der Ansatz von Fryte Mobility beschränkt sich nicht auf öffentliche Ladeparks, so die Unternehmensmitteilung: Die Plattform soll auch Depot- und Shared-Depot-Ladeinfrastruktur integrieren. Damit soll eine interoperable Reservierungslösung für unterschiedliche Anwendungsfälle des E-Lkw-Ladens entstehen – vom Werksgelände über gemeinsam genutzte Depots bis hin zu öffentlichen Autobahnraststätte.
OCPI bildet die technische Grundlage
Technische Basis der Anbindung ist der Standard OCPI (Open Charge Point Interface). Nach Unternehmensangaben bindet sich Fryte Mobility dabei direkt an das Charge Point Management System der jeweiligen Betreiber an. Die standardisierte Schnittstelle soll die Integration weiterer Standorte und Betreiber erleichtern und die Skalierbarkeit der Reservierungslösung ermöglichen.
„Mit diesem Rollout zeigen wir, dass Ladepunktreservierung für E-Lkw im Regelbetrieb funktioniert – verlässliche Ladeslots genau dann, wenn Speditionen sie unterwegs brauchen. Klar ist aber auch: E-Lkw laden nicht nur öffentlich. Nachdem wir halböffentlich mit MAN Truck & Bus gestartet sind, freuen wir uns sehr, mit Dettendorfer Energy und der ESB den ersten öffentlichen Ladeparkbetreiber dabei zu haben.“
Markus Oelsner, Co-Geschäftsführer von Dettendorfer Energy, ergänzt: „Mit Fryte machen wir unsere Ladepunkte für Speditionen planbar. Dies ist einer der Bausteine, um Logistikern die Angst vor der Elektromobilität zu nehmen. Mit der Dettendorfer Energy unterstützen wir gezielt, die Logistikprozesse zu verbessern.“