„In der Schwergutlogistik unterscheiden sich die Anforderungen an Transportlösungen von Branche zu Branche und von Land zu Land“, erklärte Robert Steinhauser, Vice President Sales & Service Transport Technology bei Goldhofer. Innovation im Sinne der Kunden sei deswegen der entscheidende Faktor für Erfolg. Goldhofer habe immer ein offenes Ohr für Anregungen und diese seien in die neuen Produkte eingeflossen. „Im Vordergrund stehen dabei Wirtschaftlichkeit und Sicherheit“, so der Vertriebschef der Straßensparte.
Der Memminger Fahrzeugbauer präsentierte noch in der Woche vor der IAA Transportation 2026 im Rahmen der Hausmesse Goldhofer Innovation Days 2026 seine Neuheiten. Beispielsweise die Schwerlastmodule der neuen FT-Serie. Sie sollen Flottenbetreibern den wirtschaftlichen Einstieg in das Segment der Schwerlasttransporte ermöglichen und seien nach oben nahezu unbegrenzt skalierbar, erklärte Carsten Duwe, Sales Manager bei Goldhofer.
In fünf Schritten zur flexiblen Schwerlast-Transportlösung
In fünf Schritten lässt sich demnach die auf einem Baukasten basierende Transportlösung, die Sattelauflieger und Schwerlastmodule umfasst, konfigurieren. Der Kunde wählt dazu Reifen, Rahmenbreite, Rahmenstärke, Achsausgleichszylinder und Fahrwerksvariante. Die Wahl umfasst unter anderem 17,5- oder 19,5-Zoll-Einzel- oder 17,5-Zoll-Zwillingsbereifung, die Rahmenbreiten 2.750 oder 3.000 Millimeter, Rahmen mit erhöhtem Biegemoment, Achsausgleichszylinder, die zum gesamten Schwerlastangebot der Memminger passen, sowie Module mit eins bis sechs Achsen.
Die Stärke der FT-Module: Sie sind laut Duwe kompatibel zu allen anderen Modulen von Goldhofer und lassen sich daher auch mit Fahrzeugen aus anderen Flotten verbinden. Das reduziere die Investitionen und schaffe Sicherheit auf Dauer. „Im Laufe der Zeit wächst die Transportlösung mit den Aufgaben“, argumentierte Duwe. Der Flottenbetreiber sei nicht auf einen bestimmten Einsatz limitiert, sondern flexibel aufgestellt. Eine typische Anwendung ist laut dem Vertriebsmann der Transport von schweren Baumaschinen wie Bagger und Raupenfahrzeuge.
Wendige Fahrzeuge mit Einzelradaufhängung für komplexe Baustellen
Ebenfalls wirtschaftlich laut Goldhofer sind die weitgehend standardisierten und kostenoptimierten Auflieger und Anhänger der Star-Line, die beispielsweise im Wettbewerb zu Produkten von Maxtrailer stehen. Hier hat der Fahrzeugbauer die Auflieger der Stepstar-Serie mit Nachlauf- (N) und Zwangslenkung (Z) um das Modell MPA ergänzt. MPA steht dabei für McPherson-Achse, also eine Einzelradaufhängung, deren Vorteile der hohe Hub und der große Lenkwinkel von 60 statt 45 Grad sowie eine Achslast von 12 Tonnen sind. Da das Ladegut tendenziell höher, Baustellen komplexer und die Infrastruktur eher weniger belastbar wird, seien vom Fahrzeug Variabilität und Wendigkeit gefragt. Eine Lösung für diese Herausforderungen biete der Stepstar MPA.
In Verbindung mit der tragfähigen Goldhofer-eigenen Bereifung Cargo Plus 225/60 R 17,5 ist trotz der hohen Tragfähigkeit laut Hersteller eine vergleichsweise niedrige Fahrhöhe von 790 Millimeter möglich. Das ermögliche eine größere Streckenauswahl und erleichtere Genehmigungsverfahren, sofern nötig. Ein exaktes Eigengewicht wollten die Produktverantwortlichen nicht nennen. Nur so viel: Entscheidend sei die Nutzlast und der Stepstar MPA biete rund eine Tonne mehr als vergleichbare Konzepte. Das Fahrwerk umfasst drei bis fünf Achsen und lässt sich mit einer Funkfernbedienung lenken. Das Ladebett misst 9.300 Millimeter und kann um bis zu 6.840 Millimeter verlängert werden.
Elektrisches Powerpack für Selbstfahrer mit zwei E-Motoren
Dem herkömmlichen Powerpack mit Dieselantrieb stellt Goldhofer wie andere Anbieter nun auch die Version PP 340 E mit Permanentmagnet-Synchronmotor zur Seite – ideal für Schwerguttransporte in urbanen Gebieten oder in Hallen. Das Besondere: Goldhofer setzt auf zwei E-Motoren – ein Aggregat für Fahrantrieb und eines für die Arbeitshydraulik mit 110 und 55 kW. Das sei eine besonders wirtschaftliche Auslegung. Die Zugkraft beträgt laut Hersteller 153 Kilonewton, die sechs NMC-Batteriepacks bieten insgesamt eine Kapazität von 240 kWh. Das Zero-Emission-Powerpack wiegt 7,9 Tonnen soll kompatibel zur PST-Bestandsflotte sein. Hinzu kommt ein neues Bedienkonzept mit Touch-Display sowie Telemetrie.