Verkehrsunfälle mit Cannabis kommen in Statistik

10.07.2026 11:54 Uhr | Lesezeit: 3 min
Nahaufnahme von männlichen Händen, die einen Joint im Auto drehen
Bundestag erweitert Unfallstatistik um THC-Daten
© Foto: Nick Starichenko-stock.adobe.com

Schwere Verkehrsunfälle unter Cannabis-Einfluss sollen künftig statistisch erfasst werden. Ziel sind bessere Daten für Forschung und Prävention.

Cannabis-Einfluss soll in Unfallstatistik erfasst werden

Schwere Verkehrsunfälle unter Einfluss von Cannabis sollen künftig bundesweit systematisch erfasst werden. Der Bundestag hat ein Gesetz beschlossen, das die amtliche Straßenverkehrsunfallstatistik entsprechend erweitert.

Ziel ist es, belastbare Daten über den Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Verkehrsunfällen zu gewinnen und die Auswirkungen der seit 2024 geltenden Cannabis-Legalisierung auf die Verkehrssicherheit besser bewerten zu können.

THC-Werte werden dokumentiert

Künftig sollen bei relevanten Verkehrsunfällen auch Angaben zur Cannabiseinwirkung in die Statistik einfließen. Erfasst werden dabei die von den Ermittlungsbehörden festgestellten THC-Werte im Blut der Unfallbeteiligten.

Eine vergleichbare Datenerhebung existiert bereits seit Jahren für Alkoholeinfluss im Straßenverkehr.

Die Statistik umfasst:

  • Unfälle mit Verletzten oder Todesopfern,
  • schwere Sachschäden,
  • sowie weitere Angaben zu Unfallbeteiligten und Fahrzeugen.

Grundlage für wissenschaftliche Analysen

Mit der Erweiterung der Datenerfassung soll die Unfallforschung präzisere Erkenntnisse gewinnen. Die Informationen können künftig unter anderem dabei helfen zu untersuchen,

  • wie häufig Cannabis bei schweren Unfällen eine Rolle spielt,
  • welche Altersgruppen besonders betroffen sind,
  • und welche Auswirkungen der Konsum auf Fahranfänger hat.

Die Daten sollen zudem eine fundiertere Grundlage für politische Entscheidungen liefern.

Cannabis-Grenzwert gilt seit 2024

Begleitend zur Legalisierung von Cannabis wurde bereits ein gesetzlicher Grenzwert für den Straßenverkehr eingeführt. Dieser orientiert sich am Prinzip bestehender Alkoholregelungen.

Wer den festgelegten THC-Grenzwert überschreitet, muss mit:

  • Bußgeldern,
  • Punkten in Flensburg,
  • sowie Fahrverboten

rechnen.

Besonders strenge Vorschriften gelten weiterhin für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren.

Prävention soll verbessert werden

Nach Auffassung des Verkehrsministeriums können die zusätzlichen Daten dazu beitragen, Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen gezielter auszurichten. Bislang fehlten in vielen Bereichen detaillierte Informationen darüber, welche Rolle Cannabis bei schweren Verkehrsunfällen tatsächlich spielt. Die neue Statistik soll diese Lücke schließen.

HASHTAG

#Cannabisgesetz


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