Neue Allianz will Wasserstoff wettbewerbsfähig machen

03.09.2026 09:48 Uhr | Lesezeit: 3 min
Wasserstoff Offensive
Symbolbild: Daimler Truck, Volvo und weitere Partner wollen den Aufbau eines europäischen Wasserstoffnetzes für Nutzfahrzeuge beschleunigen
© Foto: VerkehrsRundschau/Copilot Pro

Mehrere Industrieunternehmen wollen den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur für den Straßengüterverkehr beschleunigen. Im Fokus stehen Tankstellen und wettbewerbsfähige Wasserstoffpreise.

Daimler Truck, Volvo, Toyota Motor sowie mehrere Unternehmen aus den Bereichen Energie- und Infrastrukturversorgung wollen ihre Aktivitäten rund um Wasserstoff künftig enger abstimmen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, ein leistungsfähiges Wasserstoff-Ökosystem für den Straßengüterverkehr aufzubauen und die Technologie wirtschaftlich attraktiver zu machen.

Zu den Partnern zählen neben den Nutzfahrzeugherstellern auch Bosch Air Liquide, TotalEnergies, Teal Mobility und MB Energy.


Tankstellennetz für Wasserstoff geplant

Ein Schwerpunkt der Kooperation liegt auf dem Ausbau der Tankinfrastruktur in Europa. Die Unternehmen verfolgen nach eigenen Angaben das gemeinsame Ziel, die Verfügbarkeit von Wasserstoff zu verbessern und gleichzeitig wettbewerbsfähige Preise für den Energieträger zu ermöglichen.

Weitere Details zu den geplanten Maßnahmen wollen die Partner Mitte September auf der IAA Transportation in Hannover vorstellen.



Wasserstoff gilt als Ergänzung zur Elektromobilität

Während viele Hersteller verstärkt auf batterieelektrische Antriebe setzen, sehen einige Unternehmen in der Brennstoffzellentechnologie eine zusätzliche Option für den Schwerlastverkehr. Wasserstofffahrzeuge bieten potenzielle Vorteile bei Reichweite und Betankungszeit, insbesondere im Fernverkehr.

Daimler Truck, Volvo und Toyota arbeiten bereits gemeinsam über das Unternehmen Cellcentric an der Entwicklung von Brennstoffzellensystemen für schwere Nutzfahrzeuge.

Markthochlauf verläuft bislang langsam

Trotz zunehmender Aktivitäten bleibt die Verbreitung von Wasserstoff-Lkw bislang überschaubar. Erste Fahrzeuge befinden sich überwiegend noch in Pilotprojekten oder kleineren Flotteneinsätzen.

Daimler Truck plant nach eigenen Angaben, Ende des Jahres eine erste Kleinserie wasserstoffbetriebener Nutzfahrzeuge in den Kundeneinsatz zu bringen. Auch andere Anbieter arbeiten an entsprechenden Lösungen.


Infrastruktur als zentrale Voraussetzung

Als größte Herausforderung gilt weiterhin der Aufbau einer flächendeckenden Versorgungsstruktur. Neben den Fahrzeugen müssen auch Produktion, Transport, Speicherung und Betankung von Wasserstoff wirtschaftlich organisiert werden.

Die beteiligten Unternehmen betonen deshalb die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.



Branche setzt auf Technologieoffenheit

Die Initiative unterstreicht den aktuellen Kurs vieler Nutzfahrzeughersteller, verschiedene Antriebstechnologien parallel voranzutreiben. Batterieelektrische Fahrzeuge gelten vor allem für kürzere und mittlere Distanzen als wichtige Lösung, während Wasserstoff insbesondere im Fernverkehr und bei schweren Lasten als mögliche Ergänzung gesehen wird.

Ob sich die Technologie in größerem Maßstab durchsetzt, dürfte maßgeblich vom Ausbau der Infrastruktur und den künftigen Betriebskosten abhängen.

HASHTAG

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