Die marode Bonner Rheinbrücke ist seit Mittwochnachmittag, 3. Juni, bis auf weiteres voll für den Verkehr gesperrt. Aktuelle Prüfungen hätten strukturelle Schäden am Tragwerk ergeben, teilte die Autobahn GmbH mit. Die Brücke ist Teil der Autobahn 565 und die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region Bonn/Rhein-Sieg. „Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar“, sagte Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH.
Brückensperrung hat erhebliche Auswirkungen
Die Sperrung werde erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Region haben. „Wir haben in enger Abstimmung mit den Behörden Ausweichrouten vorbereitet“, sagte Brandenburger. Es würden nun technische Möglichkeiten geprüft, mit denen die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. „Eine abschließende Bewertung kann erst nach Abschluss der Untersuchungen erfolgen. Bis dahin bleibt die Brücke gesperrt.“
Sperrung betrifft auch Abschnitte der A565
Die Sperrung betrifft nicht nur das Bauwerk selbst, sondern auch weitere Abschnitte der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost. So sind in Fahrtrichtung Koblenz keine Überfahrten mehr von der A59 aus Köln und Königswinter auf die A565 möglich. In Gegenrichtung sind im Kreuz Bonn-Nord sämtliche Verbindungen auf die A565 nach Siegburg gesperrt.
Neubau voraussichtlich erst in den 2030er Jahren
Seit Februar gilt auf der Rheinbrücke Bonn-Nord bereits ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Bis dahin fuhren dort täglich rund 100.000 Fahrzeuge über den Rhein, davon gut fünf Prozent Schwerlastverkehr. Bei Überprüfungen waren an der Brücke aus den 1960er Jahren zahlreiche Schäden aufgefallen. Zudem gibt es an einem Teil der Konstruktion statische Probleme. Der geplante Neubau soll nach früheren Angaben frühestens in den 2030er Jahren beginnen.