A45 bei Dortmund 2027 monatelang gesperrt
Autofahrer im Ruhrgebiet müssen sich auf eine lange Einschränkung einstellen: Die A45 wird ab April 2027 für rund acht Monate zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund‑West und der Anschlussstelle Dortmund‑Hafen vollständig gesperrt. Grund ist der Abriss und Neubau einer Brücke, wie die Autobahn GmbH des Bundes mitteilte. Die Sperrung betrifft beide Fahrtrichtungen.
Brücke an der Belastungsgrenze
Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1971 und ist stark frequentiert. Nach Angaben der Autobahn GmbH passieren täglich rund 85.000 Fahrzeuge die Brücke, darunter ein hoher Anteil an Lastwagen. Das Bauwerk habe damit das Ende seiner Belastbarkeit erreicht. Eine Sanierung oder Verstärkung sei nicht mehr wirtschaftlich, weshalb ein kompletter Neubau notwendig werde.
Abstimmung mit Bahn entscheidend für Termin
Der Zeitpunkt der Sperrung ist eng mit der Deutschen Bahn abgestimmt. Die Brücke überquert neben der Martener Straße auch sieben Bahngleise. Für den Abriss sind daher mehrwöchige Gleissperrungen erforderlich. Da die Bahn im Jahr 2027 ohnehin umfangreiche Bauarbeiten mit Streckensperrungen plant, nutzt die Autobahn GmbH dieses Zeitfenster für ihr Vorhaben.
Warum keine Teilsperrung?
Eine Vollsperrung sei aus mehreren Gründen alternativlos, erklärte die Autobahn GmbH. Der Bau einer Behelfsbrücke scheide aus Platzgründen aus, da das Umfeld dicht bebaut sei und zudem große Gas‑ und Stromleitungen verlaufen. Auch eine Verkehrsführung über ein Teilbauwerk sei aus statischen Gründen nicht möglich.
Zudem würde ein abschnittsweiser Abriss mehrere Sperrpausen bei der Bahn erfordern. Bis eine zweite passende Sperrung möglich wäre, würde es zu lange dauern, hieß es weiter.
Umleitungen in Planung
Ein konkretes Umleitungskonzept befindet sich noch in der Ausarbeitung. Die Autobahn GmbH ist nach eigenen Angaben bereits mit zahlreichen Partnern im Austausch. Geplant ist unter anderem eine Umleitung über die A43 bei Herne – also über einen Abschnitt, auf dem schwere Lkw über 3,5 Tonnen bislang eine Brücke nicht passieren dürfen.
Hier soll es jedoch Entlastung geben: Früher als geplant könne eine Brückenhälfte über den Rhein‑Herne‑Kanal und die Emscher wieder vollständig freigegeben werden. Die dortige Schrankenanlage werde abgebaut, was den Verkehrsfluss auf der Umleitungsstrecke deutlich verbessern soll.