BASF investiert über 100 Millionen Euro in Kombiverkehrsterminal

17.08.2026 19:34 Uhr | Lesezeit: 2 min
Symbolischer Spatenstich für die Erweiterung des Kombiverkehrsterminals in Ludwigshafen bei BASF (v.l.n.r.): Helmut Winterling, BASF, European Site & Verbund Management, Klaus Blettner, Oberbürgermeister von Ludwigshafen, Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender BASF SE, Steffen Bilger (CDU), Bundesminister für Verkehr, Markus Wolf, (CDU), Staatssekretär für Verkehr und Mobilität von Rheinland-Pfalz, Gudrun Grunenberg, BASF-Projektleiterin und Harald Schlegel, Geschäftsführer Kombi-Terminal
Symbolischer Spatenstich für die Erweiterung des Kombiverkehrsterminals in Ludwigshafen bei BASF (v.l.n.r.): Helmut Winterling, BASF, European Site & Verbund Management, Klaus Blettner, Oberbürgermeister von Ludwigshafen, Markus Kamieth, Vorstandsvorsitzender BASF SE, Steffen Bilger (CDU), Bundesminister für Verkehr, Markus Wolf, (CDU), Staatssekretär für Verkehr und Mobilität von Rheinland-Pfalz, Gudrun Grunenberg, BASF-Projektleiterin und Harald Schlegel, Geschäftsführer Kombi-Terminal
© Foto: picture alliance/dpa | Florian Wiegand

Der Chemiekonzern BASF baut sein Kombiverkehrsterminal in Ludwigshafen aus. Mit der Modernisierung sollen Lieferketten gestärkt und Straße sowie Schiene besser miteinander verknüpft werden. Und das nicht nur für BASF.

BASF investiert mehr als 100 Millionen Euro in den Ausbau seines Kombiverkehrsterminals in Ludwigshafen. Mit dem Projekt sollen Lieferketten stabilisiert und Straße sowie Schiene besser miteinander verknüpft werden. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant.

51 Millionen Euro Bundesförderung

Unterstützt wird das Projekt auch vom Bund. Die Förderung soll den Ausbau des Kombinierten Verkehrs und die Verlagerung von Gütertransporten auf klimafreundlichere Verkehrsträger voranbringen.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Konzernchef Markus Kamieth haben dafür in Ludwigshafen nun den Startschuss für den Ausbau des Kombiverkehrsterminals (KVT) im Norden des Stammwerks gegeben. Für die Modernisierung sind 51 Millionen Euro Fördermittel zugesagt.

Niedrigwasser: Bilger fordert Ausbau von Wasserstraßen

Die Investition gewinnt vor dem Hintergrund des aktuellen Niedrigwassers zusätzlich an Bedeutung. Einschränkungen auf dem Rhein zeigen, wie wichtig alternative Transportwege für Industrie und Logistik geworden sind.

Rund 40 Prozent der Produktion in Ludwigshafen werden über den Rhein transportiert. Gerade bei Einschränkungen der Binnenschifffahrt etwa bei Niedrigwasser kann die Kombination aus Straße und Schiene helfen, die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen abzusichern.

Für den Chemiekonzern BASF ist das Millionenprojekt somit entscheidend für seine Lieferketten. Die Bundesregierung sieht im kombinierten Verkehr eine wichtige Weiche für den Güterverkehr.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger plädiert wegen des anhaltenden Niedrigwassers in Flüssen für einen Ausbau von Wasserstraßen und die Vertiefung von Fahrrinnen. Das sollte verantwortungsbewusst und mit ökologischen Ausgleichsmaßnahmen erfolgen, sagte der CDU-Politiker in Ludwigshafen.

„Die Wasserstraße hat es verdient, unterstützt zu werden.“ Sie sei der klimafreundlichste Verkehrsträger. Es gebe zudem ein Bekenntnis aller Verkehrsminister der Bundesländer zu einem Ausbau des Rheins, berichtete Bilger zum Startschuss für den Ausbau des Kombiverkehrsterminals (KVT) im Norden des BASF-Stammwerks in Ludwigshafen. Für die Modernisierung kommen 51 Millionen Euro Fördermittel vom Bund.

Niedrigwasser könnte Lieferketten bis September belasten

Er rechne damit, dass die Situation mit Niedrigwasser noch bis Mitte September anhalten wird, sagte Bilger. Deshalb sei es wichtig, Alternativen für die Transport- und Lieferketten zu haben.

Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Wasserstraße und die Schiene sei für die Bundesregierung ein wichtiges Ziel. Dabei spiele der Kombinierte Verkehr eine sehr wichtige Rolle.

Schiene und Wasserstraße gewinnen im Güterverkehr an Bedeutung

Dank des kombinierten Verkehrs fänden pro Tag rund 17.000 Lkw-Fahrten weniger auf den Bundesfernstraßen statt, erklärte der Bundesverkehrsminister. Durch diese Verlagerung könne innerhalb eines Jahres 3,4 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

Das zeige, warum der Kombinierte Verkehr so wichtig ist, betonte Bilger. Es sei davon auszugehen, dass der Kombinierte Verkehr weiterwachsen wird.

Kombiverkehrsterminal Ludwigshafen: Diese Modernisierung ist geplant

Die Anlage in Ludwigshafen ist ein wichtiger Umschlagplatz für die Güter des weltweit tätigen Chemiekonzerns BASF. Sie soll erweitert werden, um Straße und Schiene leistungsfähiger zu machen.

Mit dem Ausbau soll das Terminal für die künftigen Anforderungen des Güterverkehrs ertüchtigt werden. Die bestehenden vier Kräne werden durch drei neue Anlagen mit einer Spannweite von mehr als 100 Metern ersetzt. Eine Erweiterung auf vier Kräne bleibt möglich. Auch die Ein- und Ausfahrtsbereiche für Lastwagen sollen optimiert werden.

Warum das BASF-Terminal zu den wichtigsten KV-Anlagen Europas zählt

Das KVT zählt dem Konzern zufolge zu den wichtigsten und größten europäischen Umschlagterminals für den schienenseitigen kombinierten Verkehr. Täglich werden mehr als 1100 Ladeeinheiten auf bis zu 25 Ganzzüge verladen. Die Anlage ist an wichtige Wirtschaftsräume und Verkehrskorridore Europas angebunden - etwa Richtung Italien, Spanien, Osteuropa und Skandinavien.

Das Terminal wurde am nördlichen Rand des BASF-Werks angesiedelt. Damit soll der Güterverkehr aus Ludwigshafen herausgehalten und die Belastung für die zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz reduziert werden.

Auf einer Fläche von rund 260.000 Quadratmetern stehen 13 Umschlaggleise zur Verfügung. Bis zu 370.000 Ladeeinheiten können dort jährlich umgeschlagen werden.

Seit der Inbetriebnahme 2000 wurden mehr als 7,5 Millionen Umschläge abgewickelt. Dadurch konnten nach Angaben des Chemiekonzerns ebenso viele Lastwagentransporte auf langen Strecken vermieden werden.

Auch externe Spediteure und Verlader nutzen das BASF-Terminal

Rund 30 bis 40 Prozent der umgeschlagenen Mengen entfallen auf Produkte des Unternehmens. Die übrigen Kapazitäten stehen externen Spediteuren und Verladern zur Verfügung. Damit ist das KVT zugleich ein wichtiger Baustein für die Region als Logistikstandort.

Eigentümerin des Terminals ist BASF. Betrieben wird es von der Kombi-Terminal Ludwigshafen GmbH (KTL). An dem Unternehmen sind neben BASF die Speditionen Bertschi aus der Schweiz und Hoyer aus Hamburg sowie die Kombiverkehrsspezialisten Hupac und Kombiverkehr beteiligt.

BASF sieht flexible Lieferketten als Wettbewerbsvorteil

BASF-Chef Markus Kamieth sagte, das Management bekenne sich klar zum Standort Ludwigshafen. Diese Investitionen seien der beste Beweis dafür. Für den Chemiekonzern seien robuste und flexible Transportketten ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

„Und wenn Niedrigwasser einen wichtigen Verkehrsweg einschränkt, müssen Güter schnell, zuverlässig und effizient auf andere Verkehrsträger ausweichen.“ Auch wenn ein Verkehrsweg an seine Grenzen stoße, dürften Lieferketten und Wertschöpfung nicht an Stock legen.

Keine signifikanten Auswirkungen des Niedrigwassers auf Geschäftsergebnis

Der Vorstandsvorsitzende berichtete, dass einzelne Produktionen wegen der Niedrigwassersituation etwas zurückgefahren werden mussten. Insgesamt sei das Unternehmen aber gut auf die Situation eingestellt. Signifikante Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis werde die Situation nicht haben.

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#Kombinierter Verkehr


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