Die Fahrleistung mautpflichtiger Lastkraftwagen auf deutschen Autobahnen ist im April 2026 leicht zurückgegangen. Der Lkw‑Maut‑Fahrleistungsindex sank gegenüber dem Vormonat kalender‑ und saisonbereinigt um 0,7 Prozent, wie das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilen.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 lag der Index kalenderbereinigt um 0,8 Prozent niedriger. Erfasst wird dabei die Fahrleistung mautpflichtiger Lkw mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen.
Frühindikator für wirtschaftliche Entwicklung
Der Lkw‑Maut‑Fahrleistungsindex gilt als wichtiger Frühindikator für die Konjunktur, insbesondere für die Industrieproduktion. Da wirtschaftliche Aktivität eng mit Verkehrsleistungen verknüpft ist, lassen sich aus der Entwicklung der Lkw‑Fahrleistung frühzeitig Rückschlüsse auf die gesamtwirtschaftliche Lage ziehen.
Ein Vorteil des Indexes: Er steht in der Regel rund einen Monat früher zur Verfügung als klassische Produktions‑ oder Konjunkturindizes. Eine Differenzierung nach einzelnen Wirtschaftszweigen ist allerdings nicht möglich.
Tagesaktuelle Daten im „Pulsmesser Wirtschaft“
Neben dem monatlichen Index veröffentlichen BALM und Destatis auch einen experimentellen täglichen Lkw‑Maut‑Fahrleistungsindex. Diese Tageswerte sind im „Pulsmesser Wirtschaft“ des Dashboard Konjunktur abrufbar.
Dort werden sie mit weiteren hochfrequenten Konjunkturindikatoren kombiniert. Ziel ist es, konjunkturelle Entwicklungen nahezu in Echtzeit sichtbar zu machen und kurzfristige Trends frühzeitig zu erkennen.
Datengrundlage aus der Mauterhebung
Der Lkw‑Maut‑Fahrleistungsindex basiert auf digitalen Prozessdaten, die im Rahmen der Lkw‑Mauterhebung anfallen. Entwickelt wurde der Index vom BALM, die saison‑ und kalenderbereinigte Aufbereitung übernimmt das Statistische Bundesamt – sowohl für Deutschland insgesamt als auch für die einzelnen Bundesländer.
Strukturelle Veränderungen, etwa durch Erweiterungen des mautpflichtigen Netzes oder Änderungen bei Gewichtsklassen, werden dabei weitgehend herausgerechnet, um die konjunkturelle Entwicklung klarer abzubilden.