Zippel-Verkauf an Cosco sorgt weiter für Debatte

10.06.2026 09:14 Uhr | Lesezeit: 3 min
Die Lkw-Flotte von Konrad Zippel wird hauptsächlich im Nahverkehr eingesetzt
Hamburger Spedition Zippel vor Einstieg von Cosco
© Foto: Konrad Zippel

Der geplante Einstieg von Cosco bei der Spedition Zippel wird weiter geprüft. Der Eigentümer verteidigt den Verkauf trotz Sicherheitsbedenken.

Der geplante Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco bei der Hamburger Spedition Konrad Zippel sorgt weiterhin für Diskussionen. Unternehmenschef Axel Plaß verteidigte den Verkauf und betonte, dass Standort und Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen.

Geplant ist, dass Cosco 80 Prozent der Anteile übernimmt, während Plaß selbst mit 20 Prozent beteiligt bleibt.

Fokus auf Wachstum im Hafengeschäft

Nach Angaben des Managements soll die Beteiligung vor allem dazu beitragen, zusätzliche Ladungsmengen zu sichern und bestehende Verkehre auszubauen. Die Spedition ist insbesondere im Hinterlandverkehr tätig und organisiert Transporte per Bahn, Schiff und Lkw von den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven.

Das Unternehmen beschäftigt rund 350 Mitarbeiter.

Sicherheitsbedenken verzögern Entscheidung

Während das Bundeskartellamt die Transaktion bereits genehmigt hat, bestehen von anderer Seite weiterhin Vorbehalte. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat Bedenken gegen die Übernahme geäußert.

Deshalb wird der Deal aktuell vom Bundeswirtschaftsministerium in einer vertieften Prüfung untersucht. Diese sogenannte zweite Phase kann sich über mehrere Monate erstrecken.

Diskussion um Einfluss aus China

Der Einstieg von Cosco findet vor dem Hintergrund einer grundsätzlichen Debatte über chinesische Beteiligungen an kritischer Infrastruktur in Deutschland statt. Die Reederei ist bereits an einem Hamburger Containerterminal beteiligt, was in der Vergangenheit politische Diskussionen ausgelöst hatte.

Plaß weist Kritik zurück und sieht Zippel weder als sicherheitsrelevant noch als strategisch entscheidend für die deutsche Wirtschaft.

Branche beobachtet Verfahren genau

Für die Logistikbranche ist das Verfahren von Interesse, da es exemplarisch für den Umgang mit ausländischen Investitionen im Transport- und Hafensektor steht. Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche Aspekte, sondern auch um Fragen der Versorgungssicherheit und geopolitischen Einflussnahme.

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