Die Qualität vieler Rastplätze hat sich innerhalb von vier Jahren deutlich verschlechtert, so eine Untersuchung des ADAC. Während 64 Prozent der Anlagen in diesem Zeitraum schlechter abschnitten, konnten sich nur 8 Prozent verbessern. Lediglich 18 Prozent können als „gut“ bewertet werden, vor vier Jahren waren es immerhin 40 Prozent. Mit Blick auf Sauberkeit und die hygienischen Zustände schneiden insbesondere unbewirtschaftete Rastplätze schlecht ab, so der ADAC.
Fahrpersonal leidet unter der Situation an den Rastplätzen
Das gilt auch für Schleswig-Holstein betont der Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein (UVL) und verweist unter anderem auf den Rastplatz Ostseeblick, der vom ADAC mit der Note „sehr mangelhaft“ bewertet wird. Thomas Rackow vom Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein fordert daher die zuständigen Behörden auf, für mehr Sauberkeit insbesondere an unbewirtschafteten Rastplätzen zu sorgen. „Wir können unserem Fahrpersonal diese katastrophalen Zustände nicht mehr länger zumuten. Wir fordern daher erhöhte Reinigungsfrequenzen an den unbewirtschafteten Parkplätzen“.
Saubere sanitäre Anlagen und mehr Parkmöglichkeiten
Rachow betont, dass es insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangel wichtig sei, dem Fahrpersonal „nicht nur in den Betrieben, sondern auch außerhalb ein ordentliches Arbeitsumfeld zu bieten“. Neben sauberen Zuständen an Rastanlagen fordert der Unternehmensverband Logistik daher eine Reihe weiterer Maßnahmen, die darüber hinausgehen:
- Neue zusätzliche sanitäre Anlagen
- Generell mehr Parkmöglichkeiten durch den Bau von Rasthöfen und Rastanlagen
- Erweiterung der Parkmöglichkeiten auf vorhandenen Parkplätzen
- Freigabe der PKW-Parkplätze für LKW zwischen 20 und 6 Uhr, wenn ausreichend Kapazitäten vorhanden sind
- Schaffung eines digitalen Leitsystems auf den Autobahnen, welches frühzeitig die Parkfrequenz und E- lade- Frequenz für Pkw und Lkw anzeigt
- Vollständiger Ersatz für die Rastanlage Stillhorn
- Kostenlose Parkplätze für die Tagesruhezeit an den Häfen
Nicht nur der Güterverkehr würde profitieren
„Nicht nur der Güterkraftverkehr, der immerhin noch 75 Prozent des Warentransportes ausmacht, wird von sauberen Rastanlagen profitieren“, betont Rackow. Auch die Autofahrer und der Tourismus hätten einen „Anspruch auf eine saubere Fahrt“. Rackow erinnert in diesem Zusammengang daran, dass im Gütertransport eine Maut fällig ist, „welche die Unternehmen für die Nutzung von Autobahnen und Bundesstraßen an den Bund zahlen. Das sind immerhin 14 Milliarden Euro pro Jahr“.