Mit der Reform solle der Weg zum Führerschein einfacher und bezahlbarer gemacht werden, so die Bundesregierung. Dabei würden auch die Sicherheitsstandards auf höchstem Niveau gehalten. Konkret sollen Fahrschulen unter anderem mehr digitalen Unterricht anbieten und frei über Lehrmethoden entscheiden können. Der Katalog mit inzwischen mehr als 1100 Fragen für die theoretische Prüfung soll um ein Drittel reduziert werden. Für die Zahl der Sonderfahrten bei Dunkelheit oder auf Autobahnen sollen keine festen Vorgaben mehr gelten. Praktische Fahrprüfungen sollen künftig einige Minuten kürzer sein als bisher üblich.
VDV begrüßt das Reformvorhaben
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) hat den Beschluss des Bundeskabinetts begrüßt. Aus Sicht des Branchenverbands ist die vorgesehene Modernisierung ein wichtiger Schritt, um Ausbildung und Zugang zum Fahrerberuf „praxisnäher, flexibler und weniger bürokratisch zu gestalten“. Das könne dazu beitragen, die Ausbildungskosten zu senken und die Gewinnung von Fahrpersonal zu erleichtern. „Dass die Bundesregierung die Reform der Fahrschulausbildung jetzt auf den Weg bringt, ist ein richtiges und wichtiges Signal“, sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Zugleich weist der Verband darauf hin, dass die Reform aus Branchensicht nur ein erster Schritt sein kann. Weitere Verbesserungen bleiben notwendig, um die Ausbildung insgesamt noch stärker an den praktischen Bedarf der Unternehmen anzupassen. Dazu zählt aus Sicht des VDV insbesondere eine stärkere Verzahnung von Führerscheinausbildung und Berufskraftfahrerqualifikation.
Regeln sollen Anfang 2027 in Kraft treten
Der Entwurf kommt nun in Bundestag und Bundesrat. Angestrebt wird, dass die neuen Regeln Anfang 2027 in Kraft treten. Dazu gehören soll auch mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zu den Leistungen von Fahrschulen. Preise und Erfolgsquoten aller Fahrschulen sollen künftig online veröffentlicht werden.