EU startet Verhandlungen zu strengeren Fahrzeugkontrollen

22.05.2026 09:58 Uhr | Lesezeit: 3 min
Auswertung Tachodaten
Brüssel plant strengere Kontrollen im Straßenverkehr
© Foto: vlad/ AdobeStock

Das EU‑Parlament startet Verhandlungen über neue Regeln für Fahrzeugkontrollen. Im Fokus stehen Emissionen, Tachobetrug und strengere Prüfungen im Straßenverkehr.

Das Europäische Parlament hat den Weg für Verhandlungen über neue Vorschriften zu Fahrzeug- und Verkehrskontrollen freigemacht. Das Plenum stimmte dafür, auf Basis eines Mandats des Verkehrsausschusses Gespräche mit dem Rat aufzunehmen.

Ziel ist es, die bestehenden Regelwerke zu modernisieren und insbesondere Verkehrssicherheit, Manipulationsprävention und Emissionskontrollen weiter zu stärken.

Prüfpflichten für ältere Fahrzeuge bleiben unverändert

Ein zentraler Vorschlag der EU‑Kommission, die Prüfintervalle für ältere Fahrzeuge zu verschärfen, fand im Parlament jedoch keine Mehrheit. Die Idee, technische Inspektionen für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge ab einem Alter von zehn Jahren von zwei Jahren auf jährliche Prüfungen zu verkürzen, wurde abgelehnt.

Stattdessen setzen die Abgeordneten stärker auf flexiblere Kontrollmöglichkeiten im Alltag.

Fokus auf Manipulation und Gebrauchtwagenmarkt

Ein wichtiger Schwerpunkt der geplanten Reform ist die Bekämpfung von Tachobetrug und Manipulationen. Demnach sollen künftig:

  • Werkstätten Kilometerstände erfassen
  • Fahrzeughersteller Daten vernetzter Fahrzeuge in nationale Datenbanken übermitteln

Um kleinere Betriebe nicht übermäßig zu belasten, sollen die Anforderungen nur greifen, wenn eine Reparatur länger als eine Stunde dauert.


Emissionskontrollen im Straßenverkehr ausgeweitet

Bei Straßenverkehrskontrollen sollen künftig alle Fahrzeugtypen – vom Pkw bis zum Lkw – stärker auf ihre Emissionswerte überprüft werden. Fahrzeuge mit auffälligen Werten könnten gezielt zu weitergehenden technischen Prüfungen verpflichtet werden.

Für die Transportbranche bedeutet das perspektivisch:

  • höhere Aufmerksamkeit auf Fahrzeugzustand und Wartung
  • mögliche zusätzliche Kontrollrisiken im laufenden Betrieb


Teil eines größeren EU‑Sicherheitsprogramms

Die Initiative ist Teil eines umfassenden Pakets zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, das die EU‑Kommission im vergangenen Jahr vorgelegt hat. Dieses umfasst neben Fahrzeugkontrollen auch neue Vorgaben für Fahrzeugdokumente und Zulassungsprozesse.

Die Verhandlungen mit dem Rat stehen nun an. Ziel ist es, einen EU‑weit einheitlicheren und moderneren Rahmen für Kontrollen und Inspektionen zu schaffen.

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