Am 30. Mai kommt es zu einer großangelegten Sperrung des Brennerkorridors. Grund ist eine Demonstration gegen die hohe Verkehrsbelastung in der Region. Sowohl auf österreichischer als auch auf italienischer Seite wird der Transitverkehr zeitweise vollständig unterbrochen.
Für Pkw gilt die Sperre zwischen dem späten Vormittag und dem Abend, während Lkw bereits Stunden zuvor nicht mehr passieren können. Betroffen sind neben der Autobahn auch Bundes- und Nebenstraßen.
Ein Gericht in Tirol hat die Demonstration trotz möglicher Verkehrsfolgen genehmigt. Die Richter betonten, dass Versammlungsfreiheit auch dann gilt, wenn sie zu spürbaren Einschränkungen führt.
Frühere Versuche, vergleichbare Aktionen durchzuführen, waren noch untersagt worden.
Die Sperrung fällt in eine ohnehin stark frequentierte Reisephase rund um die Pfingstferien. Entsprechend rechnen Behörden mit erheblichen Auswirkungen:
- lange Staus und Verzögerungen bereits vor der Sperre
- mögliche Verkehrsdosierungen auf Zufahrtsstrecken
- Einschränkungen auch auf weit entfernten Autobahnabschnitten
Behörden empfehlen, nicht zwingend notwendige Fahrten zu verschieben.
Als Ausweichrouten kommen unter anderem der Gotthard, der San‑Bernardino‑Tunnel oder der Reschenpass infrage. Diese Verbindungen sind jedoch deutlich länger oder ebenfalls stark ausgelastet.
Eine Alternative kann die Bahn bieten, insbesondere im alpenquerenden Verkehr. Der geplante Brennerbasistunnel soll künftig Entlastung bringen, ist jedoch erst ab den 2030er‑Jahren voll nutzbar.